Essen richtig schärfen

Essen richtig schärfen

Erst wenn das Essen mindestens 2x brennt, dann ist es Beste. Das kann aber auch schnell nach hinten los gehen. Wer richtig schärfen will, der sollte ein bis zwei Punkte beachten, damit das Essen nicht ein Fall für die Tonne ist.

Geschmack

Welche Möglichkeiten ein Essen zu schärfen kennst du?

Senf
Pfeffer (schwarz, weiß, bunt)
Cayennepfeffer
Pul Biber (türkische Gewürzmischung, kennt ihr vom Döner)
Harissa (arabische Gewürzmischung)
Sambal Olek (asiatische Chilipaste)
Chilis (pur)
Tabascosauce (Ein Markenprodukt aus dem Hause McIlhenny Co)
Chilisaucen diverser Art (noName, vor allem solche, die sich selbst als scharf bezeichnen)

Es gibt sicherlich weitaus mehr Möglichkeiten ein Essen zu schärfen. Die Genannten dürften aber diejenigen sein, die am häufigsten in einer Küche anzutreffen sind.
Jedes dieser Produkte hat nicht nur seine eigene Schärfe, sondern auch einen eigenen Geschmack – Beispiel Pfeffer: Jeder der zum Schnitzel schon einmal eine Pfeffersauce hatte, weiß wovon wir reden.
Hinzu kommt, dass Pfeffer einen wesentlich niedrigeren Schärfegrad, als z.B. eine Chilischote hat.
Und genau diese Kombination von Geschmack und Schärfe ist der Grund, warum so mancher sein Essen nachträglich in die Tonne kloppen konnte. Wenn einem das Essen nicht scharf genug ist, dann wird vielfach der Fehler begannen, einfach mehr Pfeffer drauf zu geben.
Bis zu einem gewissen Grad funktioniert das Nachschärfen natürlich auch mit Pfeffer. Wem der Schärfegrad aber viel zu niedrig ist, der wird diesen mit mehr Pfeffer zwar nicht erhöhen, aber sein Essen prima mit dem Eigengeschmack von Pfeffer anreichern. Denn letztlich ist Pfeffer in erster Linie eins – ein Gewürz.
Und so verhält es sich nicht nur mit Pfeffer. Am besten du experimentiert vorher ein wenig an kleineren Gerichten oder auf einem separaten Teller, bevor du das Gericht komplett versaust.

Tipp 1: Viele Saucen und Gewürze zum schärfen haben einen intensiven Eigengeschmack und verändern deshalb auch den Geschmack des Essens – teste vorher, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Chili als unbehandeltes Produkt ist unserer Meinung nach die beste Wahl, um ein Essen scharf zu bekommen, den Geschmack insgesamt aber nicht anzutasten.

Schärfe

Chilis sind prima zum schärfen. Diese Aussage ist zu pauschal, da es viele verschiedene Chili-Arten mit unterschiedlichen Schärfegraden gibt. Wir sagen dir sicherlich nichts Neues, dass der Schärfegrad von Chilis in Scorville ausgedrückt wird. Nachfolgend haben wir euch einmal aufgeführt, in welchem Schärfegrad die unterschiedlichen Chilisorten eingetaktet sind.

Die Tabelle ist natürlich nicht maßstabsgetreu. Sie macht aber ausreichend deutlich, welche Schärfegrade im Handel gekauft werden können. Mache dir aber unbedingt die Dimensionen klar. Wenn du Tabasco Sauce als scharf empfindest, wie wird sich dann für dich eine pure Habanero anfühlen, die 70x schärfer; oder Trinidad Scorpion, der 300x schärfer ist?

Soll heißen, Chilis sind kein Spielzeug und Mann sollte sich da langsam dran wagen und langsam steigern, wenn man in die Königsklasse vorstoßen will. Übrigens, die eigentliche Schärfe kommt aus den Kernen innerhalb der Chili. Diese also nur vorher herausschaben, um mit dem Schärfegrad zu spielen, nicht aber um sie wegzuwerfen, wie man es bei einer Paprika gewohnt ist.

noName vs. Markenprodukt

Wenn wir nur von Chilisaucen und nicht von der reinen Paprikafrucht sprechen, dann siehst du manchmal auch noName Produkte in Läden stehen, die sich als “HOT” und “ultrasharf” titulieren und mit irgendwelchen Phantasienamen um sich werfen, wie “Himalaya Eingeborenen Ultra Spicy Hot Death Sauce” oder so ähnlich. Tipp an dieser Stelle: Lass die Finger davon. Solche Dinger haben vor allem eine Zutat ganz massiv – Essig. Essig ist zwar regelmäßig in allen Chilisaucen drin. Bei solchen Produkten überwiegt jedoch der Essiganteil. Diese sind zum Schärfen nicht nur gänzlich ungeeignet, sie versauen dir durch den zu hohen Essiganteil auch dein Essen.
Es lohnt sich immer ein Markenprodukt zu kaufen. Kaufst du billig kaufst du 2x.

Tipp 2: Wenn du Saucen zum Schärfen nehmen möchtest, dann investiere Geld in ein Markenprodukt und lass die Finger vom noName.

Erste Gehversuche – mit welcher Chilisorte starten?

Wenn du ein wenig die Suchmaschine quälst, wirst du weitaus mehr Chilisorten entdecken, als diejenige, die wir hier aufgezählt haben. Damit kommen wir also zu der spannenden Frage, mit welcher findet man den Einstieg?

Erstens: Kaufe dir eine erste Sauce bei einem Händler, der sich auf solche Themen spezialisiert hat. Saucen kauft man nicht unbedingt im örtlichen Supermarkt (mit Ausahme des gängigen Tabascos oder der Sambal Olek). Wenn du hier gleich mit krassem Zeug starten möchtest, dann wähle eine Sauce, die Trinidad Scorpion Chili enthält (1.000.000 – 2.500.000 SHU). Aber nochmal der Hinweis: Das Zeug ist keine Maggiwürze.

Als Beispiel: In unserem Rezept Chili con Carnce (Chili con Carne Rezept) arbeiten wir neben Bird’s eye Chilis zusätzlich mit einer Trinidad Scorpion Sauce. Den GANZEN Pott Chili con Carne haben wir mit 1-3 Tropfen dieser Sauce geschärft.

Zweitens: Zum Vergleich kaufst du dir im Supermarkt noch ein oder zwei Chilis aus der Gemüsetheke.

Drittens: In jedem Fall solltest du in deinen örtlichen asiatischen Supermakt gehen. Die Jungs essen von Natur aus ein wenig schärfer als der Durchschnitts-Europäer. Die sollten also standardmäßig Chilis in ihrer Gemüsetheke haben. In der Regel bekommst du dort Bird’s eye Chili ca. 50-60 Stück für rund 2 EUR im Beutel. Da gleich der Tipp hinterher: Chilis kann man übrigens hervorragend einfrieren.
Bird’s eye Chili haben einen Scorville Wert zwischen 100.000 und 225.000, liegen in der Schärfe also unter einer Habanero, sind zum Einstieg aber ganz gut geeignet. Ist dir das Essen nicht scharf genug, dann nimm 2 oder 3 Bird’s eye zum Schärfen. Übrigens, wenn wir in unseren Rezepten Chilis zum Schärfen nutzen, dann greifen wir ebenfalls zu dieser Sorte.

Tipp 3: Starte mit Bird’s eye Chili (100.000 – 225.000 SHU), diese sollten leicht in jedem asiatischen Supermarkt zu bekommen sein. Optional: Hole dir zum Vergleich eine Sauce mit höherem Schärfegrad und ein oder 2 Chilis aus der Gemüsetheke eines deutschen Supermarkts.

Schärfe neutralisieren

Kaufe dir zu deinen ersten Gehversuchen einen Becher Natur-Joghurt. Wenn du zugeben musst, dass du eine Pussy bist, dir die Augen unkontrolliert tränen und die Zeit am liebsten 30 Sekunden zurückdrehen würdest, dann gönn dir einen Löffel Joghurt. Er hilft dir beim Neutralisieren. Milch tut es auch, hat aber weniger Effekt.

Tipp 4: Ernsthaft, tu dir selber einen Gefallen und kaufe Natur-Joghurt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.